flight sham

29. September 2012

fliegen und täuschen

Fliegen um abzulenken, eine falsche Fährte zu legen, um einem Stalker oder Schuldeneintreiber zu entkommen oder einfach dem Alltag zu entfliehen, hat nicht nur wirtschaftliche Vorteile, sondern durchaus ästhetische Qualitäten. Fint flights are cool.

Das Geschäftsmodell der Täuschungsflüge ist abgeleitet vom Flugverhalten der blauflügeligen Ödlandschrecke. Das unscheinbare Insekt fliegt nur dann, wenn es wirklich sein muss. Lieber bleibt es an Ort und Stelle und probiert alles aus was zu haben ist. Ödlandschrecken finden in kargsten Gegenden genügend Abwechslung und ziehen deshalb das Verweilen oder kleine Spaziergänge jeder anderen Fortbewegungsart vor, denn es ist immer genug von irgend etwas da, selbst da, wo andere nichts mehr entdecken können.

Ödlandschrecken verlassen sich auch bei Gefahr auf ihre Unauffälligkeit und verharren ruhig am Boden, anstatt wegzuhüpfen. Erst im letzten Augenblick springen sie ab und öffnen die blauen Flügel, so dass ein optischer Blendeffekt entsteht. Sie flattern einige Meter blau flimmernd durch die Luft. Noch im Flug ziehen sie die Hinterflügel unter die tarnenden Deckflügel und schlagen einen Haken. Sie landen nie dort, wo der Verfolger sie erwartet, und machen sich sofort wieder unsichtbar.

Am hellichten Tag alles machen können wozu man Lust hat, ohne von Neidern, Ordnungshütern oder Bedenkenträgern entdeckt oder gestört zu werden. Andere glauben lassen, man würde fliegen, während man längst angekommen ist oder gar nicht erst startet.

Voler à la sauterelle bedeutet decollage au trompe l’oeil.

Eine Nymphenburg für Bochum. Das Situative Brachland Museum erhält ein Terrarium für die blauflügelige Ödlandschrecke.

trasalimenti

14. August 2012

eagle spotting

cool places of the world – middle age film sets

l’Aquila (Italia)

Rocca Calascio ist eine beliebte Filmkulisse in den Abruzzen, die das populäre Bild einer mittelalterlichen Kastellruine in verschiedenen Filmen geprägt hat. Gut zu sehen ist das Gemäuer in ladyhawke mit Michelle Pfeiffer oder the american mit George Clooney.

Die ingold airlines maxmiles champions 2012 – Martin Stankowski und Doro Scholemann – sind eingeladen, das beliebte Ausflugsziel in einer persönlichen Führung kennenzulernen. Auch Michelle Pfeiffer ist anwesend, wird am ehemaligen Set kaum erkannt und in Ruhe gelassen.

Eagle spotting bedeutet, die Augen zu öffnen und den Himmel über den Horizont zu schauen. Martin Stankowski ist Journalist, Stadt- und Gegenwartsforscher, und unterrichtet Rebellions-Design. Doro Scholemann hat seit über 30 Jahren mit ihm zusammen über 100.000 Flugmeilen substituiert und zusätzlich 85.000 Lesemeilen gesammelt.

Über Ferragosto macht ganz Italien Ferien und viele fliehen vor der Hitze in die Berge, um am Fuss historischer Ruinen Pic-nic zu machen. Zu sehen sind in Rocca Calascio neben zahlreichen Ufos und Hochlandschafen ein gefährlicher Werwof, eine Wasgans und mehrere Schwärme von Wobienen von namhaften Autoren und Szenebildnern wie Pavel Schmidt, Paul Wiedmer, Samuele Vesuvio und anderen Bergsteigern.

background scenery. sensation of the fake. playground for art-entertainment.

spring news

19. April 2012

Attraktiv und cool: Als springender Punkt wird ein Schwebezustand zwischen Ahnung und Erinnerung bezeichnet.

Die längeren Tageslichtraten fördern nicht nur die Serotoninproduktion und damit die Gedächtnisleistung, sondern reduzierten die Kälteempfindlichkeit und damit das Verhüllungsbedürfnis. Kaum realisiert man dass Frühling ist, springen die Gedanken wieder – isländisch hoppa.

Köln:

Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland: Erfolgreiche Revision des Bonner Bundesvogelflughafens.

Die Genehmingung für den kontrollierten Flug- und Brutbetrieb erfolgt bis Saisonende 2012. Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland – Bonn

Bern:

Markteinführung soloport

Mobiler Terminal auf der DIN-Norm für die Europalette (1200x800x155 mm). Ein entscheidendes Konzept zur Überbrückung der unterschiedlichen Normen der verschiedenen Verkehrssysteme, mit dem die Schweiz etwas stärker mit der europäischen Gemeinschaft verbunden wird.*

Der neue singlehub ist eine hochindividualisierte, mobile Anschlußstelle für unterschiedliche Flugbedürfnisse im weltweiten motols (mobil takeoff and landing system) von ingold airlines. Seine Funktionalität verbindet alle Sicherheits- und Servicebereiche eines modernen Verkehrsflughafens mit den lokalen Ansprüchen und Bedürfnissen nach Erreichbarkeit und persönlicher Bewegungsfreiheit. Reiseverzeichnisse unter stoerenkultur

Zagreb:

Die adriatische Inselverbindung  balkanhopper erschließt einen Teil Europas mit dem Wasserflugzeug der von ingold airlines bisher nur mit dem Luftschiff von Venedig aus angesteuert  worden ist. Als erster Wasserflugplatz geht Nerezine ans neuen Netz, den Vorsitz über den Hydroport übernimmt Ferdinand Zorovic: “Eine neue Ära des ökologischen Tourismus bricht an: Auf den 1246 kroatischen Inseln kann man nicht nur landen, sondern jetzt auch wassern.

München:

Neuer künstlerischer Mitarbeiter am Lehrstuhl für interdisziplinäre Projekte wird Dr. Alexis Dworsky www.alexisdworsky.de

Reykjavik:

Trotellummen, Odinshühnchen und Stare: Auf den Fersen von Dieter Roth mit Wolfgang Müller.

Auf dem jüngsten Kontinent wird eine der grössten Flugplatzdichten der Welt verzeichnet, auf 3265 Einwohner kommt ein Flugplatz, der grösste ist nach Leifur Eirikson benannt und liegt bei Kevalik neben Reykjavik, der kleinste, níutíu og átta, ist Kurt Schwitters gewidmet und wird Ende Mai dem Betrieb übergeben.

Berlin:

An der UdK wird gefragt, ob es etwas gibt, was strategic art genannt werden könnte: Strategic Art!?

* Dass aus Helvetien kein Heinz geworden ist, liegt an den Schweizelmännchen und Schweizelweibchen. Was für Isländer die Elfen**, sind in der viersprachigen Alpenrepublik nämlich die kleinen Gnome mit einem Herz für Hamster, die den Eidgenossen bis heute zur Hand gehen und dem Land zu seinem Namen verholfen haben.

** wolfgangmueller.net

the donkey bridge

06. Januar 2012

2012 – das Jahr der Eselsbrücke – the year of the mnemonics

Die Dohle ist vom deutschen Naturschutzbund zum Vogel des Jahres gewählt worden. Der zu diesem Rabenvogel passende Wein ist nicht etwa der Dôle, sondern der Aigle, denn der mineralische Weißwein ist nach dem Vogel benannt, der in Italien nicht etwa Anguilla heisst (das wäre ja ein Aal), sondern Aquila. Nach dem Adler ist auch ein Ort in den Abruzzen benannt, der 2009 von einem Erdbeben der Stärke 5,8 erschüttert worden ist, bei dem 308 Menschen starben und 67.000 obdachlos wurden und über 15.000 Gebäude zerstört wurden, darunter der Ponte d’ Asino, der nach Berlusconis Besuch der Unglücksstelle vom Volksmund nur noch Ponte Ladrino (Diebesbrücke) genannt wird.

Wäre Thomas Manns Zauberberg nicht im Graubünden, sondern im Wallis angesiedelt gewesen, in Montana oder Crans beispielsweise, wäre die Dohle womöglich auch literarisch näher zum Adler gerückt, als sie heute ist. Dohlen sind verspielte Feinschmecker, intelligent und verfügen über ein ausgeprägtes Erinnerungsvermögen. Deshalb leben sie monogam und sind vom Aussterben bedroht. Eine Leibspeise der Dohle ist die Eidechse (französisch lézard, ausgesprochen wie “Lesart”, also Verständnis- oder Standpunktfrage), wenn sie ihre Nahrung nicht vom Teller eines schwindsüchtigen Patienten aus einem Sanatorium stibitzt. Deshalb ziert die Etikette des Agiles eine Lucertola, die gesellige Orte mit Licht, Sonne, Wein und Wonne mag, ein Lounge Lizard.

Als Eselsbrücke wird in der deutschen Sprache eine Gedächtnishilfe genannt, mit welcher Dinge miteinander in Beziehung gesetzt werden, die in keinem offensichtlichen Zusammenhang stehen, aber durch die assoziative Verbindung Erinnerungen verankern. Denn der schlaue Esel trippelt sicher über Stiege und Pfade, auf denen dem Hasenfuss schwindlig wird, bloss, um trockenen Hufes über das Wasser zu gelangen, von dem er nicht weiss, wie tief es ist. Nie würde ein Esel freiwillig durch einen Bach waten, weshalb man seit Menschengedenken Brücken für ihn baut. Nach dieser Lesart ist der pons asinorum nicht nur eine Versicherung, sondern auch eine Startrampe für fliegende Assoziationen und Erinnerungen. Nichts von Bedeutung für Dohlen.

Château d’Aigle, Musée de l’Etiquette Contemporaine

hubschrauber für das gericht

21. Mai 2011

Berlin-Prag

Das vorläufige Basalgericht von Köln wird in Zukunft mit dem Hubschrauber zu den Aussenterminen fliegen.

Arbeitsüberlastung, chronischer Zeit- und Schlafmangel beeinträchtigen auch in der Justiz zunehmend Personal und Angeklagte. Um Alkohol- und Medikamentenmissbrauch zu vermindern, sowie Prozessabläufe zu beschleunigen werden im Rheinland demnächst die gerichtlichen Staustrecken mit Direktflügen überwunden.

Bei einem Verhör auf dem internationalen Vogelflughafen der Bundesrepublik Deutschland in Bonn äusserte sich Dr. Bernhard Lanik erfreut über die Mobilitätsinitiative, die von Oberverwaltungsinspektor Vanda Leberecht ins Spiel gebracht wurde. Zum Einsatz kommt der allwettertaugliche Puma SA 330 von Aérospatiale mit Wechselbesatzung, wie Delana Felcher notierte (links).

Bald mit Puma unterwegs
Bald mit Puma unterwegs

pionierprojekt

19. April 2011

ornithoport bonn

Wenn die Bundesrepublik Deutschland als Bauträger in Erscheinung tritt, geht es entweder sehr schnell oder es dauert lang und wird endlich gut.

Der Vogelflughafen auf dem Dach der Bundeskunsthalle in Bonn wird sofort gut, denn die jüngsten politischen Entscheidungen machen aus der Initiative ein Pionierprojekt. Beim gegenwärtigen politischen Richtungswechsel geht es um mehr als den Atomausstieg, zur Debatte steht das globale Mobilitätskonzept, die Ziele der europäischen Gemeinschaft und die Ressourcenfrage.

Dabei reichen die Hintergründe für das Projekt bis in die Ära Kohl zurück, als mit der Bundeskunsthalle ein Ort der Repräsentation geschaffen wurde, dem eine Bedeutung beigemessen worden war, die sie nie erreichen konnte. Die Ironie der Geschichte liegt darin, dass sich das Ziel nun erfüllt, anders zwar als vom Bauherr gedacht, aber umso wirkungsvoller.

Die Funktion des Daches als Ausstellungsfläche ist problematisch, weil die Präsentation von Skulpturen teuer ist und immer Sicherheitsrisiken birgt. Dem Nutzungsprojekt für einen Vogelflughafen ging deshalb eine lange Diskussion über  Wahrscheinlichkeitsfragen und die Grenzen der künstlerischen Freiheit voraus.

Die Abklärung statischer Fragen und dynamischer Kräfteverhältnisse führte zu einer kunstgeschichtlichen Auseinandersetzung um das Jahr 1909, dem Berliner Secessionkonflikt zwischen den etablierten Impressionisten, wie dem damals 62-jährigen Max Liebermann und den nachfolgenden Expressionisten um Emil Nolde.

1909 war auch das Jahr der Flugpioniere – in Berlin wurde der Erstflug von Orville Wright gefeiert, kurze Zeit später der von Wilhelm Heinrich Focke mit seiner selbst entworfenen Ente. Focke war auch Künstler und Fussballstar, damals gerade halb so alt wie Liebermann, über dessen Pferdebilder dieser gesagt haben soll “nee mein lieber Focke, det kann ick nicht”.

Fliegen mochte Liebermann selber nie, aber er malte öfter aus der Vogelperspektive: “Wenn Gott gewollt hätte, dass ich fliegen könnte, hätte er mich nicht Maler, sondern Drache werden lassen.”

Gerade mal 18 war Max Ernst 1909, der spätere Mitbegründer der Dada Bewegung. Kunst aus der Vogelperspektive bedeutete für ihn, visionäre Fähigkeiten zu steigern, den Zufall zu objektivieren, den “Funken der Poesie springen lassen” , wie er im Filmporträt von Peter Schamoni sagt.

Damit ist er wie Focke einem modernen Wirklichkeitsbegriff verbunden, der sie beide von den Impressionisten und Expressionisten unterscheidet. Beide sehen im Vogelmotiv weit mehr als Bildsujets und eignen sich daher als Namensstifter für den ersten Vogelflughafen der BRD – auch wenn die grosse Ausstellung zur Eröffnung des ornithoports im Rheinland jetzt Max Liebermann zeigt.

In der nächsten Ausbaustufe wird die offene Namensfrage geklärt und der Vogelflughafen nicht nur mit dem IATA 3-letter-code identifiziert, sondern einem der beiden Pioniere gewidmet werden.

ornithoport-bonn

berlin-istanbul

25. Februar 2011

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Die deutsche Regionalverbindung in die Türkei über eine zentrale Bundesweiche in Berlin ist ein politisches Signal für  Offenheit und Entwicklungsbereitschaft. Die Debatte über die Chancen von Migranten gewinnt damit an Substanz und Perspektiven. Das klare Bekenntnis zu einem ökonomischen und kulturellen Brückenschlag schafft eine neue Vertrauensgrundlage und stabilisiert die Beziehungen zwischen den aufgeschlossenen Gesellschaften in Europa, dem nahen Osten und Arabien.

encounters with the original

Die gegenseitige Annäherung ist nicht nur eine Folge prosperierender Wirtschaftsbeziehungen, sondern auch eines verstärkten wissenschaftlichen und künstlerischen Dialogs. Das Interesse an fremden Mentalitäten und Differenzwahrnehmungen äussert sich in einer spürbar entspannteren Diskussion von Wert- und Machtstrukturen, wie beispielsweise in den aktuellen nordafrikanischen Befreiungsbewegungen.

Die unterschiedliche Wahrnehmung gemeinsamer historischer Zusammenhänge in Deutschland und der Türkei ist durch Sprach- und Religionsunterschiede allein nicht erklärbar. Die Verständnistiefe für andere Anschauungen  hängt von der Höhe der gegenseitigen Aufmerksamkeit und Achtung ab. Vieles deutet jedoch darauf hin, dass das Interesse am eigenen Besitzstand grösser ist, als an einer gemeinsamen Erweiterung des Horizonts. Das Festhalten am Erbrecht zieht Neid, Misstrauen und Abschottung nach sich. Isolation begünstigt Missbrauch, Inzucht und Verblödung. Selektive Erinnerungen können Vorurteile über Generationen prägen und zu Missverständnissen, Unversöhnlichkeit und Gewalt führen.

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the art of lying

Dagegen fördert Neugierde und Interesse an Geschichten, Erfahrungen und Idealen anderer Menschen Zuversicht und Entwicklungsspielraum. Der Schneider von Ulm ist in der Türkei viel weniger bekannt als der erste erfolgreiche Gleitflieger Hezarfen Ahmet Çelebi, von dem jedes Kind weiss, dass er den Bosporus bereits 1638 vom Galataturm aus überquerte. Auch sein Bruder Lagari Hasa, der die erste Trägerrakete gebaut, mit ihr geflogen und dank einer weiteren Erfindung, dem Vorläufer des Fallschirms, wieder heil gelandet ist, wird in der europäischen Fachliteratur nur selten erwähnt. Beide Osmanen realisierten ihre Experimente in einer Zeit, als sich Europa dreissig Jahre bekriegte und kein Gedanke an Flugvorstellungen existierte, ausser vielleicht bei Galileo Galilei, der sich für den freien Fall interessierte.

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seeing is believing

Die Vorstellungskraft für das Fliegen war auf die Vogelwelt und das Jenseits beschränkt. Ein orientalischer Flugbegriff, wie ihn beispielsweise Pier Paolo Pasolini in einer Episode seiner Mythentrilogie anhand eines fliegenden Pferdes darstellte, konnte im Abendland kaum praktische Folgerungen erzeugen. Hingegen wurden flugtaugliche Hexen beispielsweise in der Schweiz noch bis Ende des 18. Jahrhunderts verbrannt. Und noch 1880 wurde der begnadete Alphonse Pénaud belächelt und seine Problemlösung des aviatischen Vortriebs durch die Erfindung des Gummimotors verkannt. Erst die mediale Verbreitung der Flugexperimente Otto Lilienthals durch wissenschaftliche Fotodokumente machten den Fluggedanken in einer breiteren Öffentlichkeit nachvollziehbar und dadurch erst realisierbar. Lilientahls Erfolge sind ohne den Bildpionier Ottomar Anschütz nicht vorstellbar. Fliegen ohne Vorstellungshilfe ist undenkbar. Fliegen ist nichts anderes als eine wiederholbare Realisation von Fluggedanken. Fliegen ist eine intellektuelle Überwindung der Schwerkraft. Flugrelativität bedeutet, dass nichts denkbar ist, was nicht fliegen kann.

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Der Traum vom Fliegen
Ausstellung | Fluglabor | Flugtage | Führungen | Vorträge
04. März – 08. Mai 2011

Haus der Kulturen der Welt
John-Foster-Dulles-Allee 10
10557 Berlin

Zur Ausstellung erscheint das Begleitbuch „Von Pionieren, Piloten und Schamanen. Kulturgeschichte und Technologien des Fliegens“, edition AZUR

greenway aircross

25. September 2010


urbanbio

Der Tierbestand in den Städten verändert sich und nimmt kontinuierlich zu. Sah man früher mehr Pferdefuhrwerke auf den Strassen und Eichhörnchen in den Gärten, trifft man jetzt öfter auf Füchse, Waschbären, Kaninchen und andere Wildtiere, die in der urbanen Umgebung Nahrung und Unterschlupf finden. Auch Vögel bevorzugen Reiserouten durch besiedelte Gebiete, in denen sie Futter- und sichere Schlafplätze finden. Auch immer mehr ausgesetzte Haustiere streunen durch die Grünflächen, so dass die Wildpopulation in den Städten insgesamt zugenommen hat.

domestics

Neben der konventionellen Haustierhaltung von Hunden und Katzen oder Kleintieren wie Hamster, Zierfischen oder Sittichen entstehen vermehrt städtische Landwirtschaftsprojekte mit Bienenvölkern, Kaninchenzuchten und Hühnerhöfen auf begrünten Dächern oder Brachflächen. In solchen Anlagen müssen Vorkehrungen getroffen werden, damit Zuchtvieh und Wildtiere nebeneinander leben können, ohne dass die Gans vom Fuchs gestohlen wird.

interurbans

Urbane Biotope mit Revieren verschiedener Arten stellen die Planer vor neue logistische Aufgaben, um ganzjährig geschützte Lebensstätten für die regionale biologische Vielfalt zu ermöglichen. Schon Menschen und Tiere haben unterschiedliche Bewegungsbedürfnisse, die aufeinander abgestimmt werden müssen, aber auch Stadtwild folgt anderen Gewohnheiten als Haustiere oder Zugvögel. Urbane Biotope erfordern interne Verkehrslösungen und sichere Übergänge zu den öffentlichen Verkehrssystemen.

greenway aircross

ist ein Logistiksystem für artspezifische Siedlungen mit Landeplätzen für Haus- und Gasttiere, Stadtwild und Zuchtvieh. Die experimentellen Biotope sind sowohl regionale Knotenpunkte eines internationalen Flugsystems für anspruchsvolle Tiere und ihre Liebhaber, als auch Observatorien mit artentypischen Features zur optimalen Verbindung der Bewohner und Gäste.

animalescort

greenway aircross
plan project 10
dqe halle, heliosstrasse 35-37, köln ehrenfeld
eröffnung freitag, 24.09. 18-22 uhr
25.09. – 01.10., 13 – 21 uhr
design quartier ehrenfeld sabine voggenreiter
www.d-q-e.net

ornithoport hamm

22. August 2010

Vogelflughäfen stellen eine interessante Marktnische im internationalen Luftverkehr dar. Die Zuwachsraten liegen seit der Markteinführung voriges Jahr im zweistelligen Bereich mit Aufwärtstrend. Der Grund für diesen Erfolg liegt in der grossen Nachfrage.

Der internationale Vogelflughafen Hamm ist der modernste Ornithoport Europas. Er ist ein herausragendes Beispiel für die internationale Vernetzung mit ingold airlines* supplement service. Ornithoports sind experimentelle Biotope und Observatorien mit artsenspezifischen Features für anspruchsvolle Flugtiere und ihre Liebhaber zur optimalen Verbindung der Bewohner und Gäste.

* ingold airlines betreibt als Unternehmung des Logistikkonzerns ingold universal enterprises einen umfangreichen Supplementservice im Ergänzungsluftverkehr und entwickelt Substitutionen im Rohstoff- und Lebensmitteltransfer. Seit vielen Jahren engagiert sich die Airline für die internationalen Tierrechte und den Artenschutz. Dem Fluggast Tier hat sie sich bereits vor Jahrzehnten angenommen und den weltweit einzigartigen Service “animal escort” entwickelt.

oh-02

bosporus

25. Mai 2010

Attraktion Engpass
Hindernisse stellen Herausforderungen dar. Wo das Durchkommen erschwert ist, gibt es Stau und Standzeit. Brückenköpfe, Fährhäfen, Talsperren und andere Netzknoten sind nicht nur Anlaufstellen für Abkürzungen, sondern auch interessante Kontaktbereiche. Die Anziehungskraft solcher Orte besteht nicht nur darin, Hürden zu überwinden und Zeit zu sparen, sondern ebenso aus der Möglichkeit, fremde Menschen zu begegnen, Waren zu tauschen, Neuigkeiten zu erfahren.

galatabrücke

Zeugungen und Zeugnisse
Wenn keine Fähre geht oder die Brücke repariert wird, gibt es Reiseaufschub. Jede Unterbrechung schafft Marktchancen, denn Reisende sind nicht nur müde, hungrig und durstig, sondern auch einsam und fern von zu Hause, brauchen Auskünfte, Zuwendung, Hilfe und Nachtlager. Viele Kinder, Dynastien und Konzerne sind aus solchen  Zufallsbekanntschaften entstanden. Manche haben auch ihr Vermögen verspielt, den Verstand verloren oder die Gesundheit ruiniert. Je länger sich die Wartezeiten an einem Streckenabschnitt gestalten, desto ausführlichere Legendenentstehen zu diesem Ort, was wiederum seine Attraktivität steigert.

beyoglu

Istanbul
Viele bedeutende Städte liegen an solchen Wechselstellen und haben sich als bedeutende Handels- und Dienstleistungszentren entwickelt. Istanbul ist  einer der meistfrequentierten Logistikknoten der Welt. Die Bosporusmetropole verbindet seit bald drei Jahrtausenden Land-, Wasser-, Luft- und Informationswege in unzähligen Parallelsystemen, die sich einer zentralen Lenkung entziehen, aber trotzdem fliessend miteinander funktionieren. Selbst Zugvögel bevorzugen die Meerenge für ihre Passagen und die Artenvielfalt in der Weltstadt ist bedeutend grösser als im kargeren Hinterland. Vögel und Fische finden in dem urbanen Umfeld nicht nur genügend Nahrung, sondern ideale Brutvoraussetzugen und sozoikulturelle Chancen. Der zukunftsweisende Flug der Mehlschwalben hat sich nachweislich am Bosporus entwickelt, die Wappentauglichkeit von Fischen, Vögeln und Reptilien ist durch  thrakische Bronzefunde belegt.

evrupa

Die Regionen der Welt
Der Donau-Bosporus-Skylift ist eine Regionalverbindung zwischen der Neustädter Donaulandschaft und Istanbul, einer der Kulturhauptstädte Europas 2010. Die Luftverbindung über den Hienheim-Hub zum goldenen Horn haben bis Jahresende zwar bereits mehr als 15.000 Passagiere in Anspruch genommen, doch sind die Tage dieser Ausnahmelizenz gezählt. Ab März 2011 wird der Bosporus Skylift von Berlin aus bedient. Die Verbindung deutscher Provinzen über eine zentrale Bundesweiche erhält damit ein deutliches politisches Signal. Der Spree-Bosporus-Skylift ist ein Bekenntnis zu Neugier und Aufgeschlossenheit.